Skandal! Polizei bricht Sergej-Auftritt ab.

Das Chaos beherrschte den Abend.
Eigentlich sollte es nur eine harmlose Party zum Wohle der Zeitschrift „Der Bagger“ werden. Zu dieser waren wir gemeinsam mit der Band Seltsam Supreme geladen worden.
Das war vielleicht ein Fehler. Zumindest aus nachbarschaftlicher, anrainender Sicht.
Achja, der Veranstaltungsort: Grundsteingasse 12, im „Ragnarhof“, 1160 Wien.
Nachdem Seltsam brav gerockt hatten ging’s optisch orientalisch, thematisch studentenhaft, akustisch schülerbandartig und frank-zappa-esk weiter. Damit waren laut einem kritischen Ohrenzeugen WIR gemeint.
Überaus bekopftucht, be-Fes-t und bemützt wurrschtelte Sergej bestens gelaunt auf einer kuschelig ausgeleuchteten Bühne – bis dem Treiben ein in die Länge gezogenes, jähes Ende bereitet wurde.
Nach 2/3 unseres Programmes erschienen die Herren Polizisten. Trauten sich aber nicht in den Konzertraum. In Begleitung aufgebrachter Anrainer (darunter eine unbekannte, aber umso energischer auftretende Politikerin) verhandelten sie mit dem Veranstalter. Den „Lärm“ Sergejs endlich abzuwürgen, das war ihr Ziel. Nach ständigem Hin- und Her, Leiserdrehen der Musikanlage und Hiobsbotschaften unseres Betreuers Veit gelang der erbosten Bürger- und Exekutivinitiative dies auch. Somit blieben unserm zum Teil wirklich sehr anregend mitwippendem Publikum drei Lieder vorenthalten. Darunter auch das neue Stück „Trapped in my mother’s nightmare“. Das wird beim nächsten Konzert auf jeden Fall nachgeholt werden. Wenn’s nicht anders geht, dann auch unter Polizei-Sirenen. Denn wir schlagen zurück! Musikalisch versteht sich.

Die Party konnte übrigens ins gemütliche „Sub-Terrarium“ umgeleitet werden, wo einige Stunden später wieder die Herren Polizisten vorstellig wurden. Zum Glück war zu diesem Zeitpunkt das Bier eh schon aus. Also schlurfte der harte Komatrinker-Kern (darunter auch zwei anonym bleiben wollende Sergej-Bandmitglieder) noch ins nahegelegene „Cafe Jetzt“, wo die letzten Krüge Bier bis nach 4 Uhr morgens ausgeschenkt wurden.

Richtigstellung

Es warn keine Anrainer, sondern das war ein Gewerbe-Planquatrat. Also Bezirksbeamte und -politiker, die gerade an dem Abend nach Veranstaltungen suchten, die aus irgendwelchen Gründen nach ihrem Geschmack nicht in Ordnung waren, auflösten und den Veranstaltern Schwierigkeiten machten. Die Aktion war am nächsten Tag angeblich auch im Radio.
Lautstärke war letztendlich nicht der Hauptgrund für die Auflösung, sondern mehr so Sachen wie fehlende Fluchtwegausschilderung, Sicherheit, Hygiene usw.

Photos vom Auftritt:

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Schöne grüße und Danke fürs Spielen!
Veit